Mos Ersatzbank | Die Geschichte der Fußballgames
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Die Geschichte der Fußballgames

Bild: Böhm/Montazeri

Seit mehr als zwei Jahrzehnten flimmert Fußball über allerlei Arten von Spielekonsolen. Von 2D-Spielfeldern ausgehend haben sich komplexe Spieletitel entwickelt, die mehr als eine Milliarde Umsatz im Jahr machen. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, auf dem viele Titel kamen und wieder gingen. Mittlerweile gibt es nur noch zwei wirklich relevante Spiele: FIFA und Pro Evolution Soccer. Im Buch Fußballgames beschreiben Markus Böhm und Danial Montazeri den Werdegang des virtuellen Fußballs. Und die Autoren sprechen gleich zu Beginn eine Warnung aus, um der Nostalgie keinen Schaden zuzufügen: “Finger weg von Ihren einstigen Lieblings-Fußballspielen!”

Fußball wird schon lange gezockt. Mittlerweile spielt Pelé erneut auf virtuellem Rasen. Bild: Böhm/Montazeri

Das Buch fußt zunächst auf der eigenen Spielerfahrung der Autoren. Immer wieder lassen beide auch die Leidenschaft für Fußballgames durchblicken und berichten von persönlichen Ereignissen. Hinzu kommen zahlreiche Gespräche mit Protagonisten, die allerdings auf die elementaren Aussagen gekürzt sind. Gemischt wird die solide Recherche von Trivia-Wissen zu diversen Fußballgames. Das ist oft sehr interessant, beispielsweise wenn es darum geht, fehlende Namen von Spielern zu entschlüsseln. Denn durch die Lizenzen, die besonders in der Pro Evolution Soccer-Reihe fehlen, kommt es zu ungewöhnlichen Neubenennungen. Über die Spiele, in denen Zenon Zadkine und Antonio Del Pacino über den Bildschirm pixelten, sind die beiden Autoren merklich gut informiert. An manchen Stellen wird die Trivia dann aber auch zu viel.

Den Großteil des Buches prägen die aktuellen Ausgaben der FIFA-Reihe von EA Sports und der PES-Spiele von Konami. Die Autoren sprechen mit Entwicklern beider Spiele, treffen die Fußballprofis Julian Brandt und Jonathan Tah und mit Julius von FIFAGoalsUnited findet auch ein YouTuber den Weg in das 100 Seiten starke Buch.

E-Sportler sind unauthentisch

Ihre Begegnung mit der E-Sport-Szene der Spiele sorgte noch für Zweifel. Die Autoren erleben FIFA E-Sportler beim FIFA eWorld Cup 2018 in London als “austauschbar”. Als besonderen Protagonisten machen die Autoren Kurt Fenech aus, der beim FeWC am Titel kratzte und eine der polarisierendsten Figuren der Szene ist. Gleichzeitig stellen sie die E-Sport-Tauglichkeit der Spiele infrage, was nachvollziehbar begründet wird.

Eine kleine Übersicht aus alten Fußballgames. Schrott und Klassiker liegen dicht beieinander. Bild: Böhm/Montazeri

Markus Böhm und Danial Montazeri führen kurzweilig durch die Geschichte der Fußballgames. Dabei treffen sie ein gutes Maß an Tiefgang und nebensächlichen Informationen. Der Rundumschlag zu Vorgängern der großen Titel, der E-Sport-Szene und der Frage, wer für die Spielerwerte in FIFA verantwortlich ist, wird durch durchaus lesenswerte Kapitel wie beispielsweise über die Musik im Spiel ergänzt. Klar wünscht man sich bei einzelnen Themenblöcken etwas mehr Gewicht, das muss aber auch nicht zwingend sein.

Das Reclam Buch kostet 10€ und kann hier bestellt werden. (Werbung)